Samstag, 7. Juli 2018

7.7.2018. 4.Tag (2.Teil) Prager Altstadt


Wir brechen kurz vor 13h in Karlsbad in Richtung Prag auf, wo wir um ca. 14:30 im Hotel Ankora ankommen. Um 15:15 h fahren wir mit der Metro in die Altstadt (24h Ticket à 110 Kronen). Wir nehmen nahe dem Wenzelsplatz als verspätetes Mittagessen eine Quiche zu uns und begeben uns in das Getümmel der Menschenmassen in der Altstadt. 

Das Nationalmuseum am Wenzelsplatz


Prags berühmtester Jugendstilbau (1905-1911) Obecní dúm, das Gemeindehaus, beherbergt mit dem Smetana-Saal den besten Konzertsaal der Stadt. Das Innere wurde von den besten tschechischen Künstler, z.B. Alfons Mucha, gestaltet. Die Fassade enthält ein halbrundes Mosaik „Huldigung an Prag“ von Karel Špillar.


Die Grenze der Altstadt markiert der 65m hohe Pulverturm. Er wurde Ende des 15. Jh. anstelle eines älteren Wehrtors im Auftrag von König Vladislav II. Jagiello durch Matthias Rejsek errichtet und bildet ein architektonisches Gegenstück zum Altstädter Brückenturm.


Auf dem Staromêstské Námêsti, dem Altstädter Ring (er soll noch eine größere Besucherdichte aufweisen als der Markusplatz in Venedig): im Mittelalter Gerichtsstatt, Turnier- und Versammlungsort. Blick auf die Teynkirche (Kirche der Jungfrau Maria vor dem Teyn = Zaun); der heutige Bau wurde Mitte des 14. Jh. begonnen. Die Giebelfassade und die beiden 80m hohen Türme sind 100 Jahre jünger.
Links im Bild das Palais Kinski, ein spätbarocker Palast mit einer ins Rokoko tendierender Fassade, dürfte von Anselmo Lurago entworfen worden sein, wurde 1765 vollendet und ist heute Teil der Nationalgalerie. Hier wurde 1843 Bertha von Suttner geboren und Franz Kafka, dessen Vater im Erdgeschoss ein Geschäft betrieb, besuchte das zwei Stockwerke darüber untergebrachte Deutsche Gymnasium. Václav Havel verkündete 1990 vom Balkon das Ende der kommunistischen Diktatur.

Rechts daneben das Haus zur steinernen Glocke, das König Johann von Luxemburg als Stadtpalais errichten ließ, auch der spätere Kaiser Karl IV. wohnte hier. Der frühgotische Turmbau vermittelt eine Vorstellung von der herrschaftliche Wohnarchitektur des 13. und 14. Jh. Heute wird das Haus von der Galerie der Stadt Prag genutzt.


Das Altstädter Rathaus, das in den großen Platz hineinragt, kauften die Bürger von einer gewissen Wölfin vom Steine als sie 1338 von König Johann von Luxemburg das Privileg zur Selbstverwaltung der Stadt erhielten. Der mächtige Eckturm - 70m hoch -  wurde 1364 und die im Filigranstil der späten Parker Gotik gehaltene Erkerkapelle 1381 hinzugefügt. Nach schweren Beschädigungen durch die Nazis beim Prager Aufstand 1945 wurde es wieder sorgfältig restauriert. Am Rathaus befindet sich der Orloff  astronomische Uhr aus dem Jahr 1410.


Die Uhr ist zur Zeit leider verdeckt. Auch das gotische Haupteingangsportal von Matthias Rejsek ist nur teilweise sichtbar. Am Alten Rathaus (rot) mit der Inschrift “Prag, Hauptstadt des Königreichs” erkennt man das Altstädter Wappen, seit 1784 Prager Stadtwappen.



Wir wander weiter zur Karlsbrücke. Der Altstädter Brückenturm ist ein Meisterwerk gotischer Bildhauerkunst und wird oft als “der schönste in Europa” bezeichnet. Er spiegelt die damalige Idee eines in verschiedenen Sphären gegliederten Universums. Turm und Skulpturen stammen von Peter Parker.
Samstag nachmittags: die Massen drängen auf die Karlsbrücke ...


Die Kreuherrenkirche am Ostufer (Altstadtufer) der Moldau wurde von Agnes von Böhmen (Schwester des böhmischen Königs Wenzel I.) gestiftet, die 1252 auch den Orden der Kreuzherren mit dem roten Stern gründete. Die ursprüngliche Kirche war gotisch, von 1679-1688 erfolgte ein barocker Neubau, den Jean Baptiste Mathey entwarf.


Auf der Karlsbrücke: 520m lang, 10m breit, steht auf 16 Pfeilern, aus Sandsteinquadern. 1357 auf Anordnung von Karl IV. von Peter Parker begonnen. Sie ersetzte die Judithbrücke und war bis 1836 die einzige Brücke über die Vltava (Moldau). Viele der 30 Statuen sind heute Kopien, die Originale befinden sich im Lapidarium des Nationalmuseums.


Die erste Statue rechts: die Madonna und der hl. Bernhard 1709


Ausblicke auf die Moldau


Im Neorenaissance Gebäude des ehemaligen Altstädter Wasserwerks mit Wasserturm (Altstädter Mühlen) befindet sich das Betdrich Smetana Museum.


Wochenende: auf der Moldau .... 


.....auch auf der Brücke Hochbetrieb (Blick zurück auf die Staré Mêsto, die Altstadt Seite


Blick nach vorne auf die Malá Strana, die Kleinseite




Die Kleinseitner Brückentürme, der kleinere stammt noch von der Judithbrücke, der größere aus dem Jahr 1464.




Wir wandern noch weiter zum Kleinseitner Ring (Malostranské Námêsti), der von der St. Nikolaus-Kirche dominiert und



von der Straßenbahn durchquert wird, die uns von hier zurück zum Wenzelsplatz bringt.



Dort genießen wir in einer Nebengasse im Restaurant Bredosky Dvur ein herrliches Abendessen und begeben uns auf den Heimweg. Von der Station Muzeum haben wir nur eine Station zum Hotel!



7.7.2018 4. Tag Karlovy Vary - Prag

Ein wolkenloser Tag kündigt sich an. Wir verlassen um 9:30h Mariánské Láznê und fahren nach Karlovy Vary (Karlsbad)
Karlsbad, das für seine Mineralquellen berühmt ist, wurde Mitte des 14. Jh. von Karl IV. gegründet und ist seit dem 18. Jh. als Kurort und für sein Porzellan weltbekannt.

Karl IV. ließ hier 1358 ein festes Schloss erbauen und Kaiser Joseph I. erhob Karlsbad zur königlichen Freistadt. Schon 1531 hatte Graf Albrecht Schlick das erste Armenhospital in Karlsbad erbaut; 1762 ließ Maria Theresia das Bade- und Trinkhaus am Mühlbrunnen bauen, und 1812 wurde aus einer Schenkung des Grafen Kinsky das Badehaus und Hospital für arme Kurgäste am Spitalbrunnen errichtet. Bis 1520 wurde in Karlsbad nur gebadet; um diese Zeit erst wurde es auf Anraten eines Dr. Payer auch zu Trinkkuren verwendet. (Wikivoyage)

Im Unterschied zu Marienbad erhöhen wir hier das Durchschnittsalter der Menschen, die unterwegs sind, kräftig. Fast nur junge Menschen sind unterwegs und sehr viele. Dem entsprechen auch die Geschäfte und deren Warenangebot: viel moderner als in Marienbad und „westlichen“ Standards angepasst. Ein Stadt voll Leben und sehr auf zahlungskräftige, russische Kundschaft abgestimmt. 

Wir kommen um 10:15h in Karlsbad an. Hier ist gerade ein Filmfestival im Gange:

Der Hauptpreis des 53. internationalen Filmfestivals im tschechischen Karlsbad (Karlovy Vary) geht nach Rumänien. Regisseur Radu Jude nahm für einen historischen Spielfilm über das Massaker von Odessa am Samstag den Kristallglobus für den besten Film entgegen.

Wir parken in der Moskevská gegenüber dem Gericht und wandern bis zum Hotel Pupp. Am Rückweg genehmigen wir uns einen Drink im Café Elefant. 























Blick auf den Schlossturm und die Schlosskolonade: 
Das für die Öffentlichkeit unzugängliche Schlossbad (Zámecké lázně) entstand zu Beginn des 21. Jhd. durch einen Jugendstil-Umbau der in den Jahren 1910 – 1912 erbauten Schlosskolonnade und zwar nach einem Projekt des Wiener Architekten Johann Friedrich Ohmann. Allein den Patienten des Schlossbades bleibt es vorbehalten, das Relief des Quellengeistes zu bewundern. 







Frei zugänglich blieb allein der Pavillon mit der Quelle des Oberen Schlossbrunnens, das Wasser des untere Schlossbrunnens wurde zur Marktkolonnade abgeleitet. (Siehe unten)


Die Mühlbrunn Kolonade aus Stein wurde 1871-81 von Josef Zitek, dem Schöpfer des Nationaltheaters in Prag erbaut. Sie ist die größte des Kurbads.






Der Säulengang im Neorenaissance-Stil ist 132m lang und 13m breit, hat eine Kassettendecke, die auf auf 124 Granitsäulen mit korinthischen Kapitellen ruht. Im Inneren gibt es 5 Quellen mit einer Wassertemperatur von über 50 Grad Celsius.








Die mit üppigen Schnitzereien verzierte Markt- oder Holzkolonnade im Schweizer Stil wurde in den Jahren 1882 – 1883 nach einem Projekt der berühmten Architekten Fellner und Helmer im Bereich des historischen Marktes unterhalb des Schlossturms errichtet. Zu Beginn der 90er Jahre des 20. Jhd. wurde die Kolonnade dann einer kompletten Rekonstruktion unterzogen. Im Inneren der Marktkolonnade sprudeln drei Mineralquellen: Die Quelle Karls IV., der Untere Schlossbrunnen und die Marktquelle.







Die Kirche St. Maria-Magdalena zählt zu den schönsten barocken Gebäuden in der Tschechischen Republik und ist zugleich die wichtigste katholische Kirche von Karlsbad (Karlovy Vary). In ihrem Inneren befinden sich wunderschöne Kunstwerke aus dem 18. Jahrhundert und unter der Kirche liegt eine Krypta mit sterblichen Überresten und einer Kapelle.

Seit dem Bau der Kirche in den 1730er-Jahren sind die zwiebelförmigen Türme ein markantes Wahrzeichen der Stadt. Die Kirche wurde auf dem einstigen Standort einer gotischen Kirche aus dem Mittelalter errichtet, die von einem eigenen Friedhof umgeben war.







Das bekannteste Hotel Pupp, vor dem sich die Schaulustigen drängen, da gerade schwarze Limousinen vorfahren, um Teilnehmer des Filmfestivals abzuholen.






Eine kurze Rast im Café Elefant, bevor wir nach Prag aufbrechen



Um 12:45h verlassen wir Karlsbad in Richtung Prag, wo wir um 14:30h im Hotel Ankora ankommen.


 

8.7.2018 5. und letzter Reisetag: Prager Kleinseite (Malá Strana) - Hradschin - Heimreise

Letzter Tag unserer kurzen Böhmenreise. Wir besuchen noch die Prager Burg auf dem Hradschin. Die Linie 23 bringt uns direkt vom Hotel hinauf...