Ein wolkenloser Tag kündigt sich an. Wir verlassen um 9:30h Mariánské Láznê und fahren nach Karlovy Vary (Karlsbad)Karlsbad, das für seine Mineralquellen berühmt ist, wurde Mitte des 14. Jh. von Karl IV. gegründet und ist seit dem 18. Jh. als Kurort und für sein Porzellan weltbekannt.
Karl IV. ließ hier 1358 ein festes Schloss erbauen und Kaiser Joseph I. erhob Karlsbad zur königlichen Freistadt. Schon 1531 hatte Graf Albrecht Schlick das erste Armenhospital in Karlsbad erbaut; 1762 ließ Maria Theresia das Bade- und Trinkhaus am Mühlbrunnen bauen, und 1812 wurde aus einer Schenkung des Grafen Kinsky das Badehaus und Hospital für arme Kurgäste am Spitalbrunnen errichtet. Bis 1520 wurde in Karlsbad nur gebadet; um diese Zeit erst wurde es auf Anraten eines Dr. Payer auch zu Trinkkuren verwendet. (Wikivoyage)
Im Unterschied zu Marienbad erhöhen wir hier das Durchschnittsalter der Menschen, die unterwegs sind, kräftig. Fast nur junge Menschen sind unterwegs und sehr viele. Dem entsprechen auch die Geschäfte und deren Warenangebot: viel moderner als in Marienbad und „westlichen“ Standards angepasst. Ein Stadt voll Leben und sehr auf zahlungskräftige, russische Kundschaft abgestimmt.
Wir kommen um 10:15h in Karlsbad an. Hier ist gerade ein Filmfestival im Gange:
Der Hauptpreis des 53. internationalen Filmfestivals im tschechischen Karlsbad (Karlovy Vary) geht nach Rumänien. Regisseur Radu Jude nahm für einen historischen Spielfilm über das Massaker von Odessa am Samstag den Kristallglobus für den besten Film entgegen.
Wir parken in der Moskevská gegenüber dem Gericht und wandern bis zum Hotel Pupp. Am Rückweg genehmigen wir uns einen Drink im Café Elefant.







Blick auf den Schlossturm und die Schlosskolonade: Das für die Öffentlichkeit unzugängliche Schlossbad (Zámecké lázně) entstand zu Beginn des 21. Jhd. durch einen Jugendstil-Umbau der in den Jahren 1910 – 1912 erbauten Schlosskolonnade und zwar nach einem Projekt des Wiener Architekten Johann Friedrich Ohmann. Allein den Patienten des Schlossbades bleibt es vorbehalten, das Relief des Quellengeistes zu bewundern.


Frei zugänglich blieb allein der Pavillon mit der Quelle des Oberen Schlossbrunnens, das Wasser des untere Schlossbrunnens wurde zur Marktkolonnade abgeleitet. (Siehe unten)
Die Mühlbrunn Kolonade aus Stein wurde 1871-81 von Josef Zitek, dem Schöpfer des Nationaltheaters in Prag erbaut. Sie ist die größte des Kurbads.
Der Säulengang im Neorenaissance-Stil ist 132m lang und 13m breit, hat eine Kassettendecke, die auf auf 124 Granitsäulen mit korinthischen Kapitellen ruht. Im Inneren gibt es 5 Quellen mit einer Wassertemperatur von über 50 Grad Celsius.




Die mit üppigen Schnitzereien verzierte Markt- oder Holzkolonnade im Schweizer Stil wurde in den Jahren 1882 – 1883 nach einem Projekt der berühmten Architekten Fellner und Helmer im Bereich des historischen Marktes unterhalb des Schlossturms errichtet. Zu Beginn der 90er Jahre des 20. Jhd. wurde die Kolonnade dann einer kompletten Rekonstruktion unterzogen. Im Inneren der Marktkolonnade sprudeln drei Mineralquellen: Die Quelle Karls IV., der Untere Schlossbrunnen und die Marktquelle.



Die Kirche St. Maria-Magdalena zählt zu den schönsten barocken Gebäuden in der Tschechischen Republik und ist zugleich die wichtigste katholische Kirche von Karlsbad (Karlovy Vary). In ihrem Inneren befinden sich wunderschöne Kunstwerke aus dem 18. Jahrhundert und unter der Kirche liegt eine Krypta mit sterblichen Überresten und einer Kapelle.
Seit dem Bau der Kirche in den 1730er-Jahren sind die zwiebelförmigen Türme ein markantes Wahrzeichen der Stadt. Die Kirche wurde auf dem einstigen Standort einer gotischen Kirche aus dem Mittelalter errichtet, die von einem eigenen Friedhof umgeben war.


Das bekannteste Hotel Pupp, vor dem sich die Schaulustigen drängen, da gerade schwarze Limousinen vorfahren, um Teilnehmer des Filmfestivals abzuholen.



Eine kurze Rast im Café Elefant, bevor wir nach Prag aufbrechen

Um 12:45h verlassen wir Karlsbad in Richtung Prag, wo wir um 14:30h im Hotel Ankora ankommen.
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